Bahnhof gilt als „entwicklungsbedürftig“

Keine Schönheit, aber auch kein Schandfleck – die Station Rotthausen, wo einst ein Bahnhof stand. Foto: Winter

Schlechte Noten auf Grund von Graffiti und Müll – DB plant 2021 Investitionen an Stationen

(J.H.) Wie ist es um die Bahnhöfe bestellt? Dieser Frage geht der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) jährlich nach und veröffentlicht die Ergebnisse im VRR-Stationsbericht. Der Rotthauser Bahnhof wurde in Teilen als „verbesserungswürdig“ eingestuft. Was heißt das?

Der VRR dokumentiert in seinem Stationsbericht den Zustand der Bahnhöfe und SPNV-Haltepunkte in seinem Verbundgebiet. „Die Ergebnisse basieren auf einem Bewertungssystem, dass die Aufenthaltsqualität, die Fahrgastinformation und die Barrierefreiheit an den 294 Stationen im VRR betrachtet“, erklärt eine Sprecherin des VRR. Vier Mal im Jahr bewerteten die Tester die SPNV-Haltepunkte entsprechend nach diesen Kategorien.

Vorab, so schlecht ist es um den Rotthauser Bahnhof nicht bestellt. Zur Bewertung gab es vier Farben, wobei rot die schlechteste Bewertung darstellt. Die Aufenthaltsqualität erhielt gelb für verbesserungswürdig, die Fahrgastinformation blau für hervorragend und die Barrierefreiheit grün für geringfügiger Handlungsbedarf. Insgesamt beurteilten die Tester den Rotthauser Bahnhof mit gelb – „entwicklungsbedürftig.“

„Herumliegender Müll, Graffiti und bauliche Schäden haben zu den schlechteren Bewertungen geführt“, sagt die VRR-Sprecherin und schlägt vor: „Um die Situation im Interesse der Fahrgäste zu verbessern, sollten die Eisenbahninfrastrukturbetreiber die Stationen intensiver reinigen und instand halten und die Reinigungsintervalle verkürzen, Graffiti häufiger entfernen und Beschädigungen zügiger ausbessern.“

Gemeinsame Offensive von seiten der DB erwünscht

Gemeint ist damit die Deutsche Bahn. Die ist nämlich Eisenbahninfrastrukturbetreiber. Ein Bahnsprecher sagt dazu Folgendes: „Die Deutsche Bahn packt 2021 mehr als 100 Bahnhöfe in NRW an, modernisiert Verkehrsstationen, sorgt für mehr Aufenthaltsqualität und bessere Fahrgastinformationen – nicht zuletzt aus den Mitteln der Konjunkturpakete des Landes Nordrhein-Westfalens und des Bundes.“
Graffiti und Vandalismus kosten oftmals gute Bewertungen. „Umso bedauerlicher ist es, dass sich der VRR bislang einer gemeinsamen Anti-Graffiti-Offensive verschlossen hat“, sagt der Sprecher. Es sei ein Kampf gegen Windmühlen, obwohl die DB jährlich Millionenbeträge in die Sauberkeit und Behebung von Vandalismusschäden investiert.

Die DB könne aber dank verschiedener Fördertöpfe dieses Jahr deutlich mehr Geld investieren: „Zwei Millionen Euro stehen aus dem Konjunkturpaket des Landes NRW für Graffitikunst und -Beseitigung an den Bahnhöfen zur Verfügung. Das schafft mehr Aufenthaltsqualität und Kunst mit örtlichen Bezügen eine stärkere Identität mit dem heimischen Bahnhof.“