Brezeln als Zeichen der Hoffnung

Für Elijah, Marco, Aurelian und Daniela Geißmann (von links) gehören Martinsumzüge zur Tradition. Da dürfen die selbstgebastelten Laternen nicht fehlen . Foto: Julian Preuß

Familie Geißmann lässt den Gedanken von St. Martin aufleben und erfreut damit Kinder wie Passanten

(JP) Martinsumzüge gab es in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie kaum. Marco und Daniela Geißmann zog trotzdem mit ihren Söhnen durch den Stadtteil. Auf ihrem Weg verschenkten sie Brezeln und Stutenkerle – als Zeichen der Hoffnung.

Die zehn Stutenkerle und zehn Brezeln lagen gut verstaut in einer kleinen Karre. Die selbstgebastelten Laternen von Elijah (5) und Aurelian (1) leuchteten bunt. Aus einem kleinen Lautsprecher dröhnten Martinslieder. Vater Marco Geißmann legte sich eine rote Stoffbahn als Umhang um. So startet die junge Familie ihren eignen kleinen Martinsumzug auf dem Ernst-Käsemann-Platz.

Schließlich fielen fast alle Umzüge in der Umgebung der aktuellen Corona-Situation zum Opfer. Auch im Kindergarten sei lediglich gebastelt worden. „Wir mögen das multikulturelle Beisammensein und den Aspekt des Teilens an St. Martin. Daher habe ich die Stutenkerle und Brezeln bei der Bäckerei König bestellt“, sagt Marco Geißmann rückblickend. Normalerweise nimmt die Familie jedes Jahr an einem Umzug teil – „entweder im Revierpark Nienhausen oder hier in Rotthausen“, erzählt Geißmann. Die Idee, sich den roten Stoff als Umhang umzulegen, sei ihnen spontan gekommen. „Die Jungs haben sich gewundert, warum sich auf einmal der Papa als St. Martin verkleidet“, blickt Geißmann zurück, der die Aktion vorher bei Facebook veröffentlicht hatte. „Wir hatten gehofft, dass wir mehr Menschen treffen“, erinnert er sich enttäuscht. „Losgeworden sind wir die Backwaren auf dem Rotthauser Markt und auf der Karl-Meyer-Straße dennoch“, ergänzt der Angestellte im Wirtschaftsbereich des Marienhospitals in Ückendorf.

Werte von St. Martin an die Kinder weitergeben

Der 35-Jährige ging im Kindesalter selbst zu Martinsumzügen. „Als Kind bastelt man die Laternen, freut sich auf warmen Kakao und Brezeln. Als Erwachsener habe ich St. Martin durch die damit verbundenen Werte aber nochmal anders kennengelernt“, beschreibt der evangelisch getaufte Christ. Eben diese Werte sind es, die die Geißmanns an Elijah und Aurelian weitergeben möchten.