Das ändert sich 2021 für die Verbraucher

Steuerberater Ralf Spannenkrebs und Rechtsanwalt Rolf Gratze (von links) kennt sich aus: Mit ihrer Expertise helfen ihren Mandanten kompetent weiter. Foto: Archiv

Arbeitnehmern steht Homeoffice-Pauschale von bis zu 600 Euro zu – Mindestlohn steigt auf 9,50 Euro

(J.H.) Mit dem Jahreswechsel treten viele Neuerungen in Kraft. Steuerberater Ralf Spannenkrebs und Rechtsanwalt Rolf Gratze, beide in Rotthausen ansässig, geben eine kleine Übersicht über die Änderungen im Jahr 2021.

Arbeitsrecht

„Der gesetzliche Mindestlohn beträgt seit dem 1. Januar brutto 9,50 Euro und ab dem 1. Juli brutto 9,60 Euro je tatsächlich geleisteter Arbeitsstunde“, sagt Rolf Gratze. Zudem gibt es mehr Arbeitnehmerrechte in der Fleischindustrie: „Werkverträge sind dort nunmehr verboten.“ Ab dem 1. April gilt dieses Verbot auch für Zeitarbeit. Das Fleischerhandwerk – Betriebe mit weniger als 50 Beschäftigten – ist davon ausgenommen.

Kurzarbeitergeld

„Die Bundesregierung hat den Bezug von Kurzarbeitergeld aufgrund der Corona-Krise für Arbeitnehmer deutlich verbessert“, erklärt Steuerberater Ralf Spannenkrebs. Mussten bislang 30 Prozent der Beschäftigten in einem Betrieb von Arbeitsausfall betroffen sein, wird die Kurzarbeit nun bereits bei einem Anteil von lediglich zehn Prozent betroffener Beschäftigter anerkannt.

„Entscheidend ist, dass dem Betrieb wirtschaftliche Einbußen aufgrund des Coronavirus und der damit zusammenhängenden Einschränkungen bestehen.“ Zudem haben die Koalitionsspitzen das Kurzarbeitergeld gestaffelt angehoben.

Zu beachten sei jedoch, dass das Kurzarbeitergeld zwar steuerfrei ist, da es sich um eine sogenannte Lohnersatzleistung handelt, die dem steuerlichen Progressionsvorbehalt unterliegt, sich aber der persönliche Steuersatz, mit dem das restliche Einkommen versteuert wird, erhöht. „Wer außerdem Kurzarbeitergeld von mehr als 410 Euro im Jahr erhalten hat, für den besteht die Pflicht zur Abgabe einer Steuererklärung.“

Homeoffice

Wer aktuell im Homeoffice arbeitet, kann nun bis zu 600 Euro im Jahr absetzen. Die Homeoffice-Pauschale wurde im Dezember beschlossen. „Pro Arbeitstag im Homeoffice darf ein Arbeitnehmer eine Pauschale von fünf Euro von der Steuer absetzen, allerdings höchstens 600 Euro im Jahr“, erklärt Ralf Spannenkrebs. Das entspreche 120Tagen Homeoffice.

Zudem darf ein Arbeitnehmer, wenn er mit seinen tatsächlichen Werbungskosten und der Homeoffice-Pauschale auf einen Betrag von über 1000 Euro kommt, diesen in der Steuererklärung eintragen. „Wer über ein separates Arbeitszimmer verfügt, und bestimmte Auflagen erfüllt, kann bis zu 1250 Euro an Arbeitszimmer-Kosten absetzen, wenn beim Arbeitgeber kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht.“

Familienrecht

„Seit dem 1. Januar 2021 gibt es mehr Kindergeld“, erklärt Rechtsanwalt Rolf Gratze, der zugleich Fachanwalt für Arbeits- und Verkehrsrecht ist, die Neuerung im Familienrecht. Demnach erhalten Eltern für das erste und zweite Kind monatlich 219Euro, für das dritte 225 Euro und für das vierte und jedes weitere 250 Euro im Monat. „Die Düsseldorfer Tabelle, die für die Höhe des Kinderunterhalts maßgeblich ist, wurde ebenfalls geändert. Es gelten höhere Tabellensätze.“

Verkehrsrecht

Auch im Verkehrsrecht gelten neue Regeln: „Am 1. Januar ist eine Gesetzesänderung in Kraft getreten, nach der auch das Fotografieren und Filmen von Toten sanktioniert werden kann“, erläutert Gratze. Gaffer müssen jetzt mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren oder einer empfindlichen Geldstrafe rechnen. Bislang waren mit §201a StGB nur lebende Personen vor bloßstellenden Aufnahmen geschützt.

Am 1. April tritt die von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer geplante Änderung der Führerscheinprüfung in Kraft. Künftig wird es möglich sein, den Praxis-Teil der Führerscheinprüfung auf einem Auto mit Automatikgetriebe zu absolvieren, ohne dass dann die Fahrerlaubnis auf das Führen solcher Autos beschränkt wird.

Immobilienrecht

„Seit dem 23. Dezember 2020 müssen die Maklerkosten zwischen Verkäufer und Käufer geteilt werden“, erläutert der Rechtsanwalt. „Diese Regelung für Maklerverträge ist aber nur anwendbar, wenn der Käufer als Verbraucher handelt, sie ist beschränkt auf Geschäfte mit Einfamilienhäusern und Wohnungen.“


Info

Wer weitere oder detaillierte Fragen hat, erreicht Ralf Spannenkrebs unter 0209 94 57 82 31 oder unter ralf.spannenkrebs@vlh.de. Rolf Gratze ist unter 0209 13 4068 oder per Mail an info@anwaltskanzlei-gratze.de erreichbar.