Der neue Chef ist Schwindelfrei

Die nächste Generation steht bereit. Martina Skopp arbeitet weiterhin im Büro mit, die Verantwortung für das Familienunternehmen trägt nun allerdings David Krause. Foto: Julian Preuß

Nachfolge gelungen: Martina Skopp übergibt Fugentechnik-Firma an Schwiegersohn David Krause

(JP) Bei „Fugentechnik Skopp“ beginnt ein neuer Abschnitt in der 23-jährigen Firmengeschichte. Der gelernte Bürokaufmann David Krause (37) übernimmt die Firma an der Essener Grenze zu Rotthausen von Martina Skopp (55). Fünf Jahre arbeitete er sich in die vielfältige Materialkunde ein. Diese macht den beruf zu einer anspruchvollen, oft unterschätzten Tätigkeit.

Andreas Skopp gründete das Unternehmen 1997. Seit Januar ist es Am Graffweg 7 beheimatet. Aus gesundheitlichen Gründen gab er die Firmenleitung später an seine Ehefrau Martina ab. „Nun ist allerdings die junge Generation an der Reihe“, meint sie und deutet in Richtung von David Krause. Wie so viele seiner Kollegen gelangte er über Umwege zum Beruf des Fugentechnikers. Nach seiner Ausbildung zum Bürokaufmann zog es ihn für zwölf Jahre zur Bundeswehr. Hinzu kam ein Zwischenstopp im Einzelhandel.

Das Verfugen von Treppenhäusern, Bädern und Fenstern gehört seit jeher zum Tagesgeschäft für „Fugentechnik Skopp“. Zwei Bürokräfte unterstützen das mittlerweile achtköpfige Team, das den Bau von Einkaufszentren, Hotels oder Supermärkten betreut. Das Fußballstadion von Rot-Weiss Essen an der Hafenstraße findet sich ebenfalls im Portfolio des Betriebes wieder. So vielfältig wie die Auftraggeber sind auch die Materialien, mit denen Krause und seine Mitarbeiter die Fugen verfüllen.

Denn Fuge ist nicht gleich Fuge. „Je nach Baustoff – Beton, Kunststoff oder Fliesen – braucht es andere Dichtmassen“, beschreibt Krause. Wird das falsche Material gewählt, können Risse auftreten oder irreparable Schäden im Baustoff entstehen. Krause rät daher, nicht an einem Fugentechniker zu sparen.

Obwohl der Beruf wichtig ist, gilt er nur als „handwerksähnlicher Beruf“. Dementsprechend dauert die praktische Ausbildung zwei Jahre. Eine theoretische Ausbildung in der Berufsschule gehört nicht dazu – ein weiterer Aspekt, weshalb sich die Nachwuchssuche schwierig gestaltet.

Krause hat seine Berufung jedenfalls gefunden. Die tägliche Arbeit auf den Baustellen hält für den Rotthauser so manchen Höhepunkt bereit. Besonders bei der Verfugung von Fassaden. „Es ist für mich wie kostenloser Eintritt in den Freizeitpark, wenn ich auf einem Gerüst in mehreren Metern Höhe arbeiten kann. Die älteren Kollegen schlucken schonmal, aber ich habe da wirklich Spaß dran“, sagt er.

Schwindelfreiheit zählt somit ebenfalls zum Anforderungsprofil für Fugentechniker, wie handwerkliches Geschick und Flexibilität. Schließlich muss das Team je nach Auftrag auch am Wochenende ran. Daran wird auch Krause als neuer Geschäftsführer nichts ändern können.