Die Menschen im Stadtteilbüro

Im Pfarrhaus St. Maria Himmerlfahrt hat das neue Stadtteilbüro seine Übergangsheimat gefunden, bis der Umzug ins Kolpinghaus erfolgen kann. Foto: Jennifer Humpfle

Bis zum Umzug ins Kolpinghaus wird es noch dauern, doch seit April ist das Stadtteilmanagement für Rotthausen bereits tätig, was in Corona-Zeiten ein wenig untergeht. Das Stadtteilbüro ist erster Ansprechpartner vor Ort und sieht sich als Bindeglied zwischen Bürgern und Stadtverwaltung. In der RoPo stellen sich die Menschen vor, die ihr Übergangs-Arbeitsplatz im katholischen Pfarrhaus St. Mariä Himmelfahrt in der Richard-Wagner-­Straße 1 gefunden haben.

Vor Ort die ersten Ansprechpartner

Bindeglied zwischen Bürgern und Stadtverwaltung

Seit dem 1. April 2020 ist das Stadtteilmanagement für Rotthausen offiziell tätig.

Sobald die Umbaumaßnahmen abgeschlossen sind (vermutlich Herbst 2021), wird das Büro in die Räumlichkeiten des Kolpinghauses ziehen. Übergangs-Zuhause ist das katholische Pfarrhaus St. Mariä Himmelfahrt in der Richard-Wagner-Straße 1.

Das Stadtteilbüro Rotthausen ist das Bindeglied zwischen Bürgern und Stadtverwaltung. Sie sind die ersten Ansprechpartner vor Ort, informieren über den aktuellen Stand der Stadterneuerung in Rotthausen und beziehen Anwohner in Planungen ein.

Externe Experten von der Innovation City Management GmbH (ICM) und S.T.E.R.N. – Gesellschaft der behutsamen Stadterneuerung unterstützen die Stadt bei der Umsetzung und beraten Eigentümer bei Fragen rund um deren Immobilie zusammen mit dem AWO-Unterbezirk Gelsenkirchen/Bottrop und dem Architekten Markus Gebhardt.

Das gemischte Team hat ein begrenztes Stundenkontingent im Stadtteilbüro – trotzdem ist stets ein Ansprechpartner für Rotthauser Anwohner vor Ort.


Öffnungszeiten
Dienstag 14-17 Uhr
Mittwoch 9-13 Uhr
Donnerstag 9-13 und 15-18 Uhr
Freitag 9-13 Uhr

Kontakt
E-Mail: stb-rotthausen@gelsenkirchen.de
Telefon: 01 52 / 52 41 54 59

 

Sarah Loch

Programmleitung- Stadterneuerung Rotthausen
37 Jahre, wohnt in Dortmund

„Ich bin praktisch die Chefin vom Stadtteilbüro. Ich bin Mitarbeiterin des Referats Stadtplanung und habe meinen Arbeitsplatz nicht hier vor Ort, sondern im Rathaus Buer. Ich ziehe quasi im Hintergrund die Fäden und bin für die Steuerung und Umsetzung des Integrierten Entwicklungskonzeptes zuständig. Dazu zählen die Beantragung von Fördermitteln, die Kommunikation mit Fördermittelgebern, die Umsetzung von Bauprojekten im öffentlichen Raum und vieles mehr. Das Themenfeld Stadterneuerung ist sehr spannend, deshalb hat es mich in meinem Studium schon fasziniert. Ich möchte für das Quartier viel erreichen und für und mit den Bürgern Vieles umsetzen. Was hier in Rotthausen sehr außergewöhnlich ist, ist, wie viele engagierte Bürger uns unterstützen. Das ist wirklich toll.“

Markus Gebhardt

Quartiersarchitekt
55 Jahre, wohnt in GE-Buer

„Ich berate kostenlos private Hauseigentümer rund um das Thema Modernisierung. Welche Fördermittel gibt es? Wer kommt für das Haus- und Hofflächenprogramm in Frage? In diesem Zusammenhang konnten schon einige Fassaden an der Saarbrücker, der Schonnebecker und der Belforter Straße erneuert werden. Persönlich wünsche ich mir, dass die Steeler Straße schöner wird. Da gibt es schöne Bausubstanz, die eine große Werbewirksamkeit für Rotthausen entwickeln kann. Wer aktuell dort durch fährt, erhält einen falschen Eindruck vom Quartier. Eine sanierte Fassade wirkt da Wunder. Und das Schöne, wenn einer damit anfängt, werden auch andere animiert, ihre Häuser zu verschönern. Als Sachverständiger für Immobilienbewertung und Schäden an Gebäuden schaue ich mir die Gebäude vor Ort an. Meist begleitet mich Markus Wohlgemuth – um alle Aspekte der energetischen Sanierung abzudecken.“

Severin Spätling

Sanierungsmanager (ICM)
32 Jahre, wohnt in Essen

„Ich bin als Koordinator für die Sanierungsberatung zuständig. Bei solchen Maßnahmen gibt es immer viele Kooperationspartner und Akteure, für die bin ich Ansprechpartner. Ich koordiniere unsere Infoveranstaltungen zu energetischen Themen, die sich an Eigentümer und Mieter richten. Aktuell planen wir diese als Onlineformat anzubieten. Zu meinen Aufgaben zählt auch zu schauen, wie wir die Menschen im Quartier erreichen können. Unter den aktuellen Voraussetzungen ist das nicht so einfach, da wir nicht mit einer großen Auftaktveranstaltung starten konnten. Deshalb gibt es Rundschreiben, Flyer, Aushänge – am besten kommt man aber im Quartier mit den Menschen ins Gespräch. Geplant war dazu eigentlich ein Infostand an der Karl-Mayer-Straße, aber das ist aktuell nicht umsetzbar. Ich komme gebürtig aus Marburg. Das Schöne an den Menschen hier ist ihre offene und direkte Art. Die macht es leicht, miteinander umzugehen.“

Andreas Buchwald

Energieberater (ICM)
57 Jahre, wohnt in GE-Feldmark

„Mein Schwerpunkt liegt in der Sanierungsberatung von Nichtwohngebäuden – also Gewerbe und Industrie. Da geht es zwar auch um die Gebäudesubstanz aber vor allem um den Prozessbetrieb wie z.B. elektrische Anlagen. Ein Interessent möchte seine Energieversorgung von Öl auf Gas umstellen. Da müssen wir sehen, inwieweit das realisierbar ist. Ein anderer plant eine umweltfreundliche Heizungserneuerung. Es müssen nicht immer gleich die ganz großen Maßnahmen sein, um etwas zu erreichen. Die Beleuchtung kann von alten Leuchtstoffröhren auf LED umgestellt werden, Präsenzmelder helfen, nur solche Bereiche zu beleuchten, die auch tatsächlich genutzt werden. Druckluft ist die teuerste Energieform, auch hier gibt es meist Einsparpotential. Künftig möchten wir auch den Einzelhandel ansprechen. Das Stichwort lautet hier: Kühlanlagen. Jeder, der ein Anliegen hat, kann sich von uns ganz unbürokratisch beraten lassen.“

Dagmar Ilgner

Projektassistenz, S.T.E.R.N. GmbH
55 Jahre, wohnt in GE-Resse

„Seit 2013 bin ich bei S.T.E.R.N. im Einsatz, ursprünglich im Stadtumbaubüro in der City und nun seit April im Stadtteilbüro Rotthausen. Ich bin gelernte Industriekauffrau, habe BWL studiert und bin hier für die kaufmännischen Bereiche zuständig. Ich kümmere mich um die finanziellen Dinge wie das Fördermittelmanagement, das Controlling und die Budgetierung – alles im Austausch mit der Verwaltung. Außerdem bin ich in der Regel die erste Ansprechpartnerin für Bürgeranfragen, unterstütze bei der Öffentlichkeitsarbeit und würde sehr gerne bald auch wieder Veranstaltungen organisieren. Ich mag die Arbeit im interdisziplinären Team sehr.“

Theresa Wittmeier

Bauprojekte und Öffentlichkeitsarbeit, S.T.E.R.N. GmbH
27 Jahre, wohnt in Dortmund

„Ich bin Raumplanerin und zusammen mit Frau Thierse für die Projektbearbeitung von Bauprojekten zuständig. Außerdem decke ich den Bereich Öffentlichkeitsarbeit ab. Ich informiere die Menschen darüber, was wir eigentlich machen. Der direkte Kontakt ist aufgrund der Pandemie natürlich erschwert, deshalb gehen wir neue Wege. Aktuell läuft beispielsweise ein Fotowettbewerb, bei dem die Rotthauser uns Fotos von Orten schicken sollen, die ihrer Meinung nach für Rotthausen stehen. So können wir sehen, wie sie ihr Quartier wahrnehmen und einen besseres Gefühl dafür bekommen, was den Anwohnern wichtig ist oder auch was sie stört. Die schönsten Motive soll es später als Postkarten geben.“

Dorothee Thierse

Teamleitung, S.T.E.R.N GmbH
61 Jahre, wohnt in Essen

„Ich bin als Externe von der Stadt mit dem Stadtteilmanagement beauftragt. Ich bin von Hause aus Architektin, beschäftige mich aber nicht mit den Gebäuden an sich, sondern allgemeiner mit dem Wohnen und dem öffentlichen Raum. Wo kann man begrünen, wo Spielplätze aufwerten oder neu bauen? Möglichkeiten das Quartier aufzuwerten, interessieren mich sehr. Deshalb finde ich auch das Projekt Lothringer Straße total spannend. Seit 2013 bin ich für S.T.E.R.N. tätig und habe bereits in der City Umbauprojekte im Auftrag der Stadt Gelsenkirchen betreut. Neben der Teamleitung sind meine Aufgaben die Koordination mit den Bürgern sowie die Steuerung und Umsetzung von Bauprojekten. Ich finde es sehr spannend, in einem interdisziplinären Team zu arbeiten, weil wir so verschiedene Blickwinkel auf einzelne Probleme haben und ganz anders an Themen herangehen.“

Kirsten Sassning

Klimaschutzmanagerin der Stadt Gelsenkirchen
54 Jahre, wohnt in Gladbeck

„Ich bin von Hause aus Architektin, habe mich aber schon früh auf energieeffizientes und ökologisches Bauen spezialisiert. Gebäude machen ein Drittel der Emissionen aus, deshalb ist die Gebäudesanierung so ein spannendes und wichtiges Thema. Ein großer Anteil des Gebäudebestands in Gelsenkirchen müsste energetisch saniert werden, da 80 Prozent vor der ersten Wärmeschutzverordnung gebaut wurden. Da ist also viel Potential zur Einsparung von CO2 drin. Als Klimaschutzmanagerin der Stadt steuere ich neben dem KfW-Programm der energetischen Stadtsanierung in Rotthausen viele weitere Projekte, die sich mit Energieeffizienz befassen. So betreue ich zum Beispiel das Portal AltBauNeu, das Hilfestellung bei der energetischen Sanierung von Wohngebäuden gibt. Viele wissen gar nicht, welche Förderprogramme es gibt. Heizungen sind z.B. immer ein großes Thema. Es gibt sehr interessante Programme zum Austausch von Kohle- oder Ölheizungen auf umweltfreundlichere Alternativen.“

Markus Wohlgemuth

Architekt (ICM)
58 Jahre, wohnt in GE-Ückendorf

„Ich bin seit mehr als drei Jahren als Energieberater für das Innovation City Management (ICM) im Einsatz. Ich berate private Gebäudeeigentümer zur energetischen Sanierung. Auf Wunsch komme ist dazu ins Haus und schaue mir alles an. Ich gebe Tipps, welche Fördermittel es gibt, und erkläre, welche Maßnahmen sich lohnen und welche überschätzt werden. Manchmal muss ich auch mit fehlerhaften Vorstellungen aufräumen – ein Beispiel: Ich lasse meine Wand nicht dämmen, weil sie dann nicht mehr atmen kann. Mit einfachen Worten bringe ich schwierige Sachverhalte rüber und mache deutlich, dass sich schon mit kleinen Maßnahmen eine Menge für die Umwelt tun lässt – das ist auch für mich genügend Motivation. Unser Vorteil ist, dass wir im Auftrag der Stadt Gelsenkirchen kostenlos beraten und eine realistische Einschätzung geben, also nichts verkaufen wollen. Das überzeugt die Menschen.“

Andreas Browa

Partizipation, AWO
50 Jahre, wohnt in Bochum

„Ich bin 1992 fürs Studium ins Ruhrgebiet gekommen und geblieben. Meine Aufgabe im Stadtteilbüro ist unter anderem, den Prozess aus verschiedenen Blickwinkel zu betrachten. Deshalb liegt mein Schwerpunkt in der Beteiligung. Alles Kommunikative steht im Zentrum. Ich nehme Kontakt zu den lokalen Akteuren wie Bürgervereinen, Schulleitern, Bürgern auf und versuche, den Informationsfluss zu gewährleisten. Ich möchte sehen, was die Menschen hier beschäftigt, was sie sich wünschen. Sobald der Quartiersfonds steht, bin ich Ansprechpartner für Antragstellung und Organisation des Gebietsbeirats. Der Fonds ermöglicht Anwohnern, kleinere, eigene Projektideen mit Fördermitteln unbürokratisch umzusetzen. Mein Anspruch ist, die Menschen tatsächlich mitzunehmen und etwas Positives auszulösen.“