Ein Jubiläum bleibt unbemerkt

Das Volkshaus in den Anfangsjahren – ein Treffpunkt für die Rotthauser. Foto: Stadtteilarchiv

Corona verhindert Feier zum 100. Geburtstag des Volkshauses – Sanierungsbedarf nach jahrelangem Stillstand

Von Frank Winter

Eine große Feier war vorgesehen. Schließlich wird das Volkshaus Rotthausen 100 Jahre alt. Dass die Festivitäten ausfallen, ist Corona geschuldet. Es passt aber zur Geschichte des seit 1984 denkmalgeschützten Gebäudes.

So schön der Rahmen, so wenig einladend wirkt die Pforte am Kopf der Eingangstreppe heute. Foto: Frank Winter

Als das Volkshaus am 10. Dezember 1920 feierlich eingeweiht wurde, war es der Stolz Rotthausens, ein Zeichen der Selbstständigkeit, die jedoch 1924 mit der Eingemeindung nach Gelsenkirchen endete.

Der von Regierungsbaumeister Alfred Fischer entworfene Bau ist mehr als nur in die Jahre gekommen. Schon seit den Nachkriegsjahren herrschte Sanierungsbedarf. In den 1970er-Jahren war sogar ein Abbruch im Gespräch. Ende der 1980er-Jahre stand dann eine Sanierung an, so dass das 75-Jährige 1995 groß gefeiert werden durfte. Als „Öffentliche Begegnungsstätte für Gelsenkirchen-Rotthausen“ ist das Gebäude laut Denkmalschutz-Tafel vorgesehen. Doch davon ist es weit entfernt.

Musikvereine proben im Obergeschoss

Seitdem ist nämlich wenig bis nichts geschehen. An Ideen hat es nicht gemangelt, doch umgesetzt wurde nichts. Genutzt wird das äußerlich weiterhin schmucke Gebäude noch von heimischen Vereinen, allerdings nur geringfügig. Gafög und Orts-SPD haben Räume im rechten Anbau, im Obergeschoss proben Musikvereine. Ein barrierefreier Zugang ist ihren Mitgliedern nicht möglich.

Unbemerkt wird das Volkshaus-Jubiläum also in Corona-Zeiten untergehen. So wie es schon lange still geworden ist um die Zukunft des einstigen Aushängeschildes von Rotthausen.