Germanische Kultstätte am Heiligen Baum

Hilgenboomstraße gehört zu den ältesten Straßennamen

Ein Blick auf die frühe Hilgenboomstraße 3, die vor der Straßenbennenung Haus Nummer 143/5 in Rotthausen war. Foto: Stadtteilarchiv

(win) Die Hilgenboomstraße gehört zu den ältesten Straßennamen in Rotthausen. Sie beginnt an der Schonnebecker Straße und ist somit quasi die Fortführung der Karl-Meyer-Straße. Zwischen den beiden Teilen des Friedhofs hindurch führt sie bis zur Landschede kurz vor der Grenze zu Essen-Schonnebeck.

Im Bereich des Schemannshofes soll sich eine alleinstehende Buche befunden haben. Im Landmatrikel des Hochstiftes Essen wird sie noch 1688 als „Schemanns heiliger Baum“ bezeichnet. Hintergrund ist der ausgeprägte Natursinn der Germanen, in deren Mythologie Wald und Baum eine herausragende Rolle spielen.
Entsprechend war kein Tempel ohne Hain oder Wald denkbar. Die Germanen bauten ihn nur so, dass er einen heiligen Baum umschloss. Daher darf angenommen werden, dass es sich bei „Schemanns heiligem Baum“ um eine alte germanische Kultstätte handelt. Beweise hierzu fehlen allerdings.

Ende des 19. Jahrhunderts sorgte der starke Bevölkerungszuwachs dafür, dass Straßen benannt werden sollten. Bis dahin waren Häuser einzelner Gemeinden schlicht durchnummeriert worden. 45 Straßen in Rotthausen erhielten einen Namen, darunter auch die Hilgenboomstraße. Von diesen 45 Straßennamen sind heute noch deren zehn in Rotthausen mit teils stark veränderter Straßenführung zu finden:

Auf der Reihe, Belforter Straße, Hartmannstraße, Hilgenboomstraße, Mechtenbergstraße, Schonnebecker Straße, Weindorfstraße, Wembkenstraße (früher Wemkenstraße), Wiehagen (früher Wiehagenstraße) und Zechenstraße.