Im Alter sicher und komfortabel leben

Für die besten Jahre: die ggw-Altenwohnanlage an der Schonnebecker Straße. Foto: A. Weiss

Wohnungsbaugesellschaften und Stadt reagieren auf veränderte Wohnbedürfnisse der Generation 60plus

(J.H.) Eine passende Wohnung zu finden, ist nicht immer leicht. Vor allem für ältere Menschen ist dies oft eine Herausforderung, denn Wohnungen, die auf ihre Bedürfnisse angepasst sind, sind oft rar. Dabei ist der Bedarf da: Der IG Bau zufolge wächst die Generation Ü65 bis 2035 um 15 Prozent. Das sind 62.000 Menschen. Doch wie sieht die Situation in Rotthausen aus?

„Bei der ggw wird bereits in der Projektentwicklung barrierearm geplant“, erklärt Anna Lena Meier von der ggw (Gelsenkirchener Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft). So gebe es einen stufenlosen Zugang von der öffentlichen Verkehrsfläche, Aufzüge, stufenlose Wohnungen, Sanitärbereiche mit ebenerdiger Dusche sowie stufenlos begehbare Balkone.

„Die Schaffung neuer Kita-Plätze sowie die Errichtung neuer barrierearmer Wohnungen für Ein- und Zweipersonenhaushalte sind wichtige Bausteine für eine erfolgreiche Stadtentwicklung.“ Aktuell baut die ggw Am Virchowbogen auf rund 1500 Quadratmetern insgesamt 24 barrierearme und moderne Wohnungen. Zurzeit hat die ggw 64 barrierearme Wohneinheiten in Rotthausen im Bestand: 34 an der Schonnebecker Straße 110/112 sowie 30 an der Steeler Straße 98.

Auch die GFW (Gesellschaft für Wohnunsgbau) befasst sich schon länger mit altersgerechten Wohnungen. „Die GFW hat bereits in den 1970er Jahren auf Grund der guten Kenntnisse der Strukturen im Stadtteil begonnen, seniorengerechte Wohnungen zu bauen“, sagt Ulrich Beuting von der GFW. Die Wohnungen wurden im Rahmen des öffentlich geförderten Wohnungsbaus in unterschiedlichen Größen erstellt. Von diesen hat die Gesellschaft 110 Einheiten im Bestand.

Sanierungen sollen älteren Mietern helfen

Wenn entsprechende Anfragen aus der Mieterschaft vorliegen, werde auch in anderen Wohnungen umgebaut. „Wir bemühen uns sehr, durch die Unterstützung der älteren Mieter, einen längeren Verbleib in den eigenen Wohnräumen und dem gewohnten Umfeld zu gewährleisten.“

„Das Thema Wohnen ist vielschichtig“, gibt Julius Leberl, Senioren- und Behindertenbeauftragter der Stadt Gelsenkirchen, zu bedenken. Das Spannungsfeld liege zwischen persönlichen Wünschen und dem, was realisierbar sei. „Die Menschen möchten in ihrem Wohnumfeld bleiben.“

Barrierefreie Gestaltung macht für alle Sinn

Die Stadt befasse sich unter anderem im integrierten Entwicklungskonzept für Rotthausen, im Handlungskonzept Wohnen sowie im Masterplan Seniorenarbeit mit dem Thema. „Man kann nicht einfach eine Schablone über die ganze Stadt legen“, sagt Leberl. „Man muss schauen, wie ist der Stadtteil in Hinblick auf die Nahversorgung, den ÖPNV etc. aufgestellt.“ Dies sei ein hochkomplexes, aber auch spannendes Thema. „Perspektivisch macht es durchaus Sinn, barrierefrei zu gestalten. Es bringt Vorteile für alle Seiten, für Ältere genauso wie für Familien mit Kinderwagen.“


Info

Wie viele Wohnungen es in Rotthausen gibt, die „barrierefrei“ sind (Grundlage ist die UN-Behindertenrechtskonvention), ist schwer zu sagen, da nicht alle Eigentümer dies der Stadt melden.

Insgesamt gibt es 86 Wohneinheiten ohne Belegungsrecht (56 für Single, 30 für Paare) und 72 Wohneinheiten mit Belegungsrecht. Voraussetzung ist meist ein Wohnberechtigungsschein.

Die Städtische Beratungsstelle PFAD bietet Hilfe unter Telefon 0209 169-2016.