KITA-ANBAU: FATH kritisiert Verwaltung

Bezirksbügermeister bemängelt Informationspolitik

(JP) Erst zwei Jahre nachdem die Erweiterung der Kita Lothringer Straße gestoppt wurde, erfuhr die Bezirksvertretung-Süd auf Nachfrage davon – das sorgte für Kritik.
„Ich erwarte, dass die Stadt uns als entscheidendes Gremium selbstständig von solchen Entwicklungen unterrichtet“, sagte Bezirksbürgermeister Thomas Fath gegenüber dieser Redaktion. Das Gremium hatte die Erweiterung im Oktober 2016 beschlossen. Hohe Kosten durch einen nicht tragfähigen Boden sorgten 2018 dafür, dass das Vorhaben eingefroren wurde.

Kita Lothringer Straße: Stadt gibt Fehler zu

Keine Überprüfung der Luftbilder – Zusätzliche Kita angedacht

Auf Luftaufnahmen aus den Jahren 1943 und 1944 ist der Feuerlöschteich deutlich zu erkennen, dessen unzureichende Verfüllung eine Erweiterung der Kita Lothringer Straße verhinderte. Die Verwaltung prüfte diese Bilder vor Planungsbeginn nicht.

Dementsprechend wusste die Stadt nicht, was sie auf dem Baugrund erwarten sollte, auf dem der Kita-Anbau geplant war. Durch ihn hätte die Kita zwölf ­U3-Plätze anbieten können. Die Erweiterung wäre aber nur mit einer Pfahlbaugründung möglich gewesen. „Erst in einer Tiefe von fünf Metern ist man auf tragfähigen Boden gestoßen“, erklärte Thomas van Loock vom Referat Hochbau und Liegenschaften der Stadt auf der November-Sitzung der Bezirksvertretung-Süd. Dies habe ein Bodengutachten aus Mai 2017 ergeben.

Die neu kalkulierten Kosten lägen bei 3,1 Millionen Euro – etwa eine Million mehr als ursprünglich geplant. „Das ist für eine zweigruppige Kita unwirtschaftlich, sagte van Loock. Dementsprechend fror die Stadt in Absprache mit Gekita das Bauvorhaben 2018 ein. Seit Ende 2019 befinde man sich auf der Suche nach Alternativen, um billiger zu bauen. Nach eigenen Angaben habe die Stadt Im Gartenbruch ein passendes Grundstück für eine Kita mit vier bis fünf Gruppen gefunden. Erste Gespräche zwischen der Stadt und einem Investor hätten bereits stattgefunden. Wer der Investor ist, gab die Stadt noch nicht bekannt.

Die Kita soll zusätzlich zu den bestehenden sechs städtischen und drei kirchlichen Kitas entstehen. Um den Betreuungsbedarf für U3-Kinder zu decken, sollen im Neubau mehr entsprechende Plätze eingerichtet werden. So behält die Kita Lothringer Straße ihre Betriebserlaubnis.