Prägend für das Stadtprofil

Eine Ansicht der „Colonie Dahlbusch“ aus dem 19. Jahrhundert. Zu sehen ist die Coloniestraße, die rechts in die Siedlung Hördeweg führt; links ist die Siedlung Eichenbusch zu erkennen. Foto: Stadtteilarchiv

Denkmalgeschützte „Colonie Dahlbusch“ in der Feldmark liegt auf ehemaligem Rotthauser Terrain

(win) Lange gehörten die Siedlungen Eichenbusch und Hördeweg zu Rotthausen, ehe sie 1953 im Zuge der neuen Stadtteil­einteilung der Feldmark zugeschlagen wurden.

Erbaut wurde die damalige „Colonie Dahlbusch“ zwischen 1873 und 1882 von der Dahlbusch AG. Sie war gedacht für die Bergleute der Schachtanlage 2 der Zeche, die südlich der Köln-Mindener Bahnlinie lag. Die Familien der Bergleute lebten in zwei parallelen Straßenzügen mit aneinandergereihten Doppelhäusern mit je vier Wohnungen und großen Gärten.

Im gesamten Raum Gelsenkirchen waren seit Beginn der Industrialisierung 1860 bis 1918 rund 60 Werkssiedlungen unterschiedlicher Größe entstanden. Viele wurden im Krieg zerstört oder mussten Werkserweiterungen weichen. Alte Werkswohnungen machen aber immer noch gut ein Zehntel des Wohnungsbestands in Gelsenkirchen aus und sind damit weiterhin prägend für das Stadtbild.

Die Dahlbusch AG hat übrigens nur wenige Siedlungen selbst gebaut, sondern speziell nach 1900 bebaute Grundstücke erworben. Damit war sie nicht mehr für die Folgen von Bergschäden verantwortlich zu machen.

Die „Colonie Dahlbusch“ lag bis 1953 auf Rotthauser Gebiet, ehe die Bereiche nördlich der Bahnlinie der Feldmark und der Altstadt zugeteilt wurden. Zur Feldmark gehörend wurde das Objekt als „ehemalige Bergarbeitersiedlung Zeche Dahlbusch“ 1987 in die Denkmalliste aufgenommen. Es folgte bis 1989 eine umfassende Renovierung samt Ergänzung durch vier Doppelhäuser an der Verbindungsstraße.

Auch nach der Renovierung vermittelt die „Colonie Dahlbusch“ noch heute einen guten Eindruck von der Stimmung zu Beginn der Industrialisierung.